Mittwoch, 19. April 2017

Rezension | Der Koffer

Der Koffer | Robin Roe | Königskinder Verlag | HC | 432 Seiten | 19,99€ | ✼✼✼✼✼

Klappentext
»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.

Meine Meinung:
Was ich schon zu Anfang des Buches festgestellt habe (nach nur wenigen Seiten, um genau zu sein), möchte ich euch als erstes in meinem Meinungsbild schreiben: Dieses Buch ist etwas ganz besonderes. Dieser Satz mag banal klingen, weil wir das Wort "besonders" häufig ziemlich überstrapazieren, aber es trifft in meinen Augen den Nagel auf den Kopf.
Robin Roe nähert sich in Der Koffer einem großen Tabuthema. Körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist eine Problematik, die viele Menschen abschreckt und die viel zu häufig lieber totgeschwiegen wird, weil es einfacher ist. In ihrem Buch beschönigt sie nichts und trotzdem wirkt die Handlung weder aufgesetzt, noch gewollt überdramatisiert. - Denn ein solches Thema ist tragisch genug, als dass man es überziehen müsste, um eine Wirkung zu erreichen.
Hinzu kommt ein Schreibstil, der mich regelmäßig geradezu in das Buch gesogen und mich in der Straßenbahn zweimal meine Haltestelle verpassen lassen hat. So in eine Geschichte versunken, war ich wirklich selten!
Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Julian und Adam erzählt, zwei sehr unterschiedliche Jungen, die jeder ihren eigenen "Koffer" zu tragen haben (auch im metaphorischen Sinne). Adam ist in der Abschlussklasse und obwohl er weder unglaublich cool und draufgängerisch, noch wild und aufmerksamkeitsheischend ist, sehr beliebt. Er hat ADHS, kann das inzwischen jedoch recht gut kontrollieren. Als er nach mehreren Jahren auf seinen früheren Pflegebruder Julian trifft, merkt er ihm sofort die Veränderung zu damals an. Er ist sehr in sich gekehrt. Man kann beim lesen das Buches geradezu physisch spüren, wie sich Julian immer kleiner zumachen versucht. Das ist für Julian jedoch eine Herausforderung, denn er möchte zu Julian durchdringen und trifft dabei auf unschönere Dinge, als er vermutet hätte. Die Charaktere sind sehr stark konstruiert! Schon in ihrer Sprache merkt man die aktuellen Stimmungslagen, erkennt Gedanken, die noch gar nicht direkt angesprochen werden und bekommt einen sehr intensiven Eindruck der Charaktere. Das führt soweit, dass ich beim Lesen schon fast das Gefühl hatte, die Schmerzen und Freuden der Protagonisten direkt mitzuerleben, selbst zu spüren. Das, gepaart mit der großen Handlung, den angerissenen Themen (wie eben bspw. ADHS und welche Auswirkungen diese Krankheit auf ein Leben hat) und dem einprägsamen Schreibstil führten für mich zu einem so erlebbaren Leseereignis, dass ich selbst, wenn ich das Buch zu Seite legte noch die Gefühle wie ein Nachbeben spürte.
Fazit
Der Koffer ist ein großes Buch! Es regt an, rüttelt auf, bringt Schmerz, Freude und Glück. Für mich war es eine ganz eigene Leseerfahrung, die mich zittern ließ, mich erschütterte, mich fallen ließ und wieder auffing. Eine Achterbahn der Gefühle und eine Freundschaft, die es so in den Büchern, die ich in meinem Leben gelesen habe, noch nicht gegeben hat. Von mir bekommt Robin Roes Der Koffer sechs von fünf Sternen und ihr eine absolute Leseempfehlung!

✼✼✼✼✼ +

Danke an Carlsen, dass ich dieses wundervolle Buch im Rahmen der #ichbineinKönigskind-Aktion bekommen durfte!

Dienstag, 18. April 2017

Neuzugänge | Februar und März

Ganz pünktlich... (hust)... zeige ich euch mal wieder meine Neuzugänge der letzten zwei Monate. Allein durch die Messe ist ein beträchtlicher Stapel von insgesamt 26 Büchern zusammengekommen, was meinen lieben SuB so gar nicht freut, denn er nähert sich der großen 100 bedenklich nahe... Aus diesem Grunde habe ich mir ein vorläufiges Buchkaufverbot auferlegt, das nur wenige Ausnehmen duldet. (Etwa die Bookish Prophet Box, wenn mich das Thema interessiert oder aber bereits angefragte Rezensionsexemplare)

Kommen wir nun also zu meinen Neuzugängen des Februars und März! Da ich ohnehin keinen genauen Überblick momentan darüber habe, wann genau ich welche Bücher bekommen habe, mache ich das heute einmal alles durcheinander. Für das nächste Mal habe ich mir extra schon eine Liste angelegt! :D

Neuzugänge der Leipziger Buchmesse
Von der Leipziger Buchmesse sind insgesamt 14 Bücher mit zu mir nach Hause gekommen, wovon ich allerdings zwei schon zuvor als eBook gelesen hatte. Die ersten drei Bücher habe ich bei den Lieblingsautoren am Glücksrad gewonnen:

Der Duft von Erdbeersaft von Ella Wünsche
Eigentlich hat Annie nur ein Ziel: So schnell und so gut wie möglich ihre Masterarbeit hinter sich zu bringen, nicht zuletzt um ihrer Mutter damit zu gefallen. Aber dann wird sie zur Hochzeit ihrer Cousine eingeladen und reist zum ersten Mal seit ihrer Kindheit wieder in die Heimat ihrer Familie. Dort angekommen entdeckt sie Geheimnisse aus der Jugend ihrer Mutter, die die sonst so distanzierte Frau in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.
Außerdem lernt sie Milos kennen, ein rätselhafter Fremder mit einer gefährlichen Aura, um den sich jede Menge wilde Gerüchte ranken. Doch seine dunklen Augen rauben Annie den Schlaf. Soll sie der Versuchung nachgeben? Immer tiefer gerät Annie in einen Strudel aus Geheimnissen und großen Gefühlen. Die Kontrolle über ihr vorher so geordnetes Leben scheint ihr mit einem mal zu entgleiten.
Irgendwann muss sie sich entscheiden: Will sie ihr Glück mit beiden Händen ergreifen, dafür aber alles, was ihr bisher wichtig war aufgeben? Oder will sie lieber in ihr gewohntes sicheres Leben zurückkehren?

Der Werwolf in der Badewanne von Anna Winter
Als Emily Kincade von der Arbeit nach Hause kommt, möchte sie eigentlich nur ein heißes Bad nehmen. Doch dann muss sie feststellen, dass die Wanne bereits belegt ist und niemand Geringerer als ein Werwolf darin liegt. Es ist der Beginn einer Begegnung mit der Welt der Magie. Eine Begegnung, die jener Werwolf sie vergessen lässt. Wären da nur nicht all die Unstimmigkeiten in ihrem Alltag, Krumen von Gedanken, die ihren Weg zurück in ihr Bewusstsein suchen. Und als es passiert, gibt es keinen Weg zurück. Emily ist klar, dass sie den Wolf finden muss ...

Küss das Cowgirl von Annie Stone
Kat McCarthy ist im Rodeozirkus aufgewachsen, doch erst jetzt hat sie die Chance, selbst zu zeigen, was sie kann. Ihr großer Traum: das Barrel Racing-Finale in Las Vegas zu gewinnen. Auf dem Weg zum nächsten Rodeo kommt ihr das Schicksal in Form eines entlaufenen Pferds entgegen. 
Als sie es der rechtmäßigen Besitzerin zurückbringt, trifft sie auf Ryder Carmichael. Sie will sich nicht zu ihm hingezogen fühlen. Auf keinen Fall. Sie hat Ziele und Träume. Einen Plan. Aber er ist da, als sie ihn braucht, schleicht sich immer mehr und mehr in ihr Herz, zeigt ihr, dass Wunden heilen können. Und dann muss Kat feststellen, es ist nicht alles so, wie es scheint...


Die nächsten vier Bücher sind Rezensionsexemplare der jeweiligen Verlage.

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abba Waxman
Die Kunst, die Radieschen von oben zu sehen
Wer hat schon Lust, einen Gemüsegarten umzugraben? Lilian jedenfalls nicht. Sie hat mit ihrem Job, den beiden kleinen Töchtern und dem Kummer um ihren verstorbenen Mann genug zu tun. Danach fragt ihre Chefin jedoch nicht und meldet sie beim Gärtnerkurs eines wichtigen Kunden an. Der ist gar nicht mal so unsympathisch. Und Lilian ist verblüfft, was sie da auf dem Acker alles ausgräbt: Würmer, Lebensfreude, Baumwurzeln, Plastikfeen, Unkraut, Freunde, Radieschen, einen ziemlich großartigen Mann, und den Mut, sich neu zu verlieben …

Water & Air von Laura Kneidl
Seit dem Anstieg der Meeresspiegel leben die Menschen in Kuppeln unter Wasser oder in der Luft. Mit ihren achtzehn Jahren hat Kenzie noch nie die Sonne gesehen und ihr Leben in der Wasserkolonie unterliegt strengen Normen. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und flieht in eine Luftkolonie, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch dann wird sie zur Hauptverdächtigen in einer mysteriösen Mordserie und nur Callum mit dem geheimnisvollen Lächeln hält zu ihr. Aber nicht nur den beiden droht Gefahr, auch das Schicksal der gesamten Kolonie steht auf dem Spiel.

Nova & Avon (Mein böser, böser Zwilling) von Tanja Voosen
Hier ist NOVA: unscheinbar, schüchtern, tollpatschig. Dort ist ein böser Fluch. Und auf einmal gibt es AVON: intrigant, zuckersüß und verflucht gefährlich...
Nova ist sprachlos. Sie glaubt nicht an Magie. Doch seit sie auf dem Jahrmarkt von einer Wahrsagerin verhext wurde, ist da plötzlich diese Doppelgängerin: Avon. Eine hinterhältige Nova-Kopie, die sich bei Novas Eltern einschleimt, die dem süßesten Typen der Schule peinliche Sachen sagt und Novas Wellensittich ärgert.
Schnell wird klar: Nova muss ihren bösen Zwilling wieder loswerden. Sie muss mutig sein und über ihren Schatten springen. Vor allem aber braucht sie eine gute Freundin – am besten mit magischen Fähigkeiten. Denn gegen so viel schwarze Magie hilft nur eines: noch mehr Magie...
Chosen - Die Bestimmte von Rena Fischer
Ein Eliteinternat für Hochbegabte – nicht gerade Emmas Traum! Doch dieses Internat ist nicht das, was es zu sein scheint. Alle Schüler haben paranormale Fähigkeiten: Der charismatische Aidan kann Feuer und Wasser tanzen lassen, und Emma findet heraus, dass sie die Gefühle anderer Menschen erspüren kann – sie ist eine Emotionentaucherin. Gerade als sich Emma und Aidan annähern, taucht plötzlich Jared auf, ein ehemaliger Internatsschüler, und weiht sie in ein düsteres Geheimnis des Internats ein. Emma weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Auf einmal bricht eine Rebellion los, und für Emma geht es dabei nicht nur um die große Liebe, sondern um Leben und Tod!


Als nächstes zogen zwei Bücher ein, von denen ich bereits eins kenne und zwei, die ich beim LovelyBooks-Lesertreff ergattert habe (wovon ich ebenfalls bereits eines gelesen habe):

Rebell - Gläserner Zorn von Mirjam H. Hüberli
Manche Träume entführen uns in eine Welt, die wir noch nie zuvor betreten haben.
Und obwohl sie uns fremd ist,kennt sie unsere Seele seit Hunderten von Jahren.
Mein Name ist Willow Parker. Eigentlich dachte ich immer, ich sei ein ganz normales Mädchen. Okay, nicht ganz normal, denn wer sieht schon in den Augen der andern deren eigenes Spiegelbild? Aber seit heute weiß ich nicht einmal mehr, was es bedeutet, normal zu sein...

Rebell - Gläserne Stille von Mirjam H. Hüberli
Augen. Gespiegelt mit Bildern.
Seelen. Verbunden über Dimensionen.
Spiegel. Gezeichnet mit Kronen.
Herz. Verloren zwischen den Welten.
Glück. Gefangen im gläsernen Nichts. 
Immer noch in der Spiegelwelt gefangen, führt mich kein Kronenspiegel und kein Portal zurück zur Erdendimension. Innerhalb eines Wimpernschlags wird der arrogante und zugleich mysteriöse Rebell an meiner Seite zu einem unverzichtbaren Begleiter. Bo verbirgt noch ein Geheimnis, das ihn zu meinem einzigen Verbündeten macht – und das mich in tödliche Gefahr bringt. Es gibt einen Grund, weshalb ich, Willow Parker, kein Spiegelbild in meinen Augen trage …

The One Memory of Flora Banks von Emily Barr
I look at my hands. One of them says FLORA BE BRAVE. Flora has anterograde amnesia. She can't remember anything day-to-day: the joke her friend made, the instructions her parents gave her, how old she is. Then she kisses someone she shouldn't, and the next day she remembers it. It's the first time she's remembered anything since she was ten. But the boy is gone. She thinks he's moved to the Arctic. Will following him be the key to unlocking her memory? Who can she trust?
Taste of Love - Geheimzutat Liebe von Poppy J. Andersson
Andrew Knight ist neuer Stern am Bostoner Gastrohimmel - doch mittlerweile total ausgebrannt. Beim spontanen Kurzurlaub in Maine trifft er auf Brooke Day, die den lokalen kulinarischen Geheimtipp leitet und nicht ahnt, wer sich da bei ihr einquartiert. Gemeinsam machen sie aus dem bisher erfolglosen Geheimtipp eine In-Location, und Andrew hat zum ersten Mal seit Jahren wieder Spaß beim Kochen. Doch kann Brooke ihm verzeihen, dass er ihr nicht die Wahrheit gesagt hat?


Vor einer Weile hatte ich bei Sandra und Sandy ein Buch gewonnen und auch auf der Messe gewann ich etwas: Ein Notizbuch für alle gelesenen Bücher, die man so hat. Und dann gab es noch ein Buch im Bloggersessions-Goodiebag und eines von meiner Schwester.

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums von Sarvenaz Tash
Immer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet – das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere …

Stadtschwärmer Leipzig
Leipzig heißt das Ziel eurer Wahl? Gute Entscheidung, denn wer einmal hier war, der kommt gern wieder und bleibt manchmal sogar für immer. Irgendwo zwischen inspirierenden Kunstgalerien, gemütlichen Cafés, Gründerzeitarchitektur und lauschigen Plätzen im Grünen hat hier noch jeder sein Herz an diese Stadt verloren. 
Das 336 Seiten starke Buch mit etwa 400 eigens angefertigten, stimmungsvollen Bildern ist ein Reiseführer für diese Stadt – einer, der die Attraktionen der 2. Reihe beleuchtet. Der „Stadtschwärmer Leipzig“ wurde von einem kleinen Team echter Leipziger verfasst und stellt die Stadt in den Bereichen Gastronomie, Kunst, Kultur, Einkaufen und Übernachten vor.
Persönliche Tipps aus den Bereichen Mode, Kunst oder Musik und Interviews verleihen dem authentischen Band Persönlichkeit. Grafisch aufwendige Karten geben Orientierungshilfen innerhalb der Stadtteile. Im Register sind übersichtlich alle 300 Adressen verzeichnet, zusätzlich finden sich hier englische Zusammenfassungen der wichtigsten Informationen. Fadengeheftet, mit Umschlagklappen versehen und mit spektakulären Luftbildern bestückt, ist der „Stadtschwärmer Leipzig“ nicht nur inhaltlich sondern auch optisch ein Genuss.

Sherlock 1 (Ein Fall von Pink; Manga) von Jay, Steven Moffat und Mark Gatiss
Gerade erst aus dem Krieg in Afghanistan zurückgekehrt, sind Watsons seelische Wunden noch taufrisch. Eines Tages begegnet er einem alten Bekannten aus seiner Schulzeit, der ihm aus heiterem Himmel seinen zukünftigen Mitbewohner vorstellt. Dieser kombiniert mit nur einem Blick, dass Watson Militärarzt im Nahen Osten war, dass in seiner Familie jemand ein Alkoholproblem hat und dass er momentan in psychologischer Behandlung ist. Der Name seines Mitbewohners lautet »Sherlock Holmes«.
Holmes erwacht im modernen London zum Leben! Mit seinem Smartphone und den neusten Methoden der Wissenschaft geht er auf Verbrecherjagd.

So, damit wären wir auch "schon" am Ende... Na ja, zumindest am Ende der Neuzugänge von der Messe. Weiter geht es mit Büchern, die im Rest der beiden Monate mein Regal bezogen:


Auch die Februar- und Märzboxen des Bookish Prophet klangen für mich ganz wunderbar, sodass auf diesem Wege zwei (wie ich vermute tolle) Bücher einzogen:

Emma, der Faun und das vergessene Buch von Mechthild Gläser
Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr. 
Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu "korrigieren". Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte. 
Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.

Das Reich der Sieben Höfe - Dornen und Rosen von Sarah J. Maas
Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren.


Eine ganze Menge Königskinder und auch ein anderes Buch, das ans Herz gehen wird:

Der Koffer von Robin Roe
»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.

Zwillingssterne von Christina Moracho
Seit ihrem sechsten Lebensjahr sind sie unzertrennlich. Spielen zusammen. Fallen die Kellertreppe runter. Erst Oliver, dann Althea. Sie zelten im Garten, schwimmen im Atlantik, betrinken sich an Halloween. Küssen sich das erste Mal unter einem Ahornbaum. Er sie; sie ihn. Im Juni. Und als Oliver das nächste Mal aufwacht, ist es August. Während er schläft, fängt Althea an zu rauchen und färbt sich die Haare. Während er schläft, verändert sich alles zwischen ihnen. Und als er aufwacht, ist nichts mehr wie es einmal war.

Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans von Mackenzi Lee
Gibt es ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken. Irgendwie ist er immer in eine Tändelei verwickelt. Oder betrunken. Oder zur falschen Zeit am falschen Ort. Nackt! Kein gutes Vorbild für seine Reisegefährten, weder für seine kleine Schwester Felicity, noch für seinen Jugendfreund Percy. Doch Monty will keinen Augenblick vergeuden, denn bald heißt es zurück zum gestrengen Herrn Vater und die Standespflichten wahrnehmen. Montys Unbesonnenheit aber bringt sie alle in unvorhergesehene Schwierigkeit und bald sind Wegelagerer und Piraten sein geringstes Problem. Nicht zuletzt seine unausgesprochene und unerfüllte Liebe zu Percy. Noch nie war das 18. Jahrhundert so geistreich, verwegen und charmant.  

Am tiefen Grund von Diana Sweeney
Ein Mädchen namens Tom;
eine verheerende Flut, die sie ihrer gesamten Familie beraubt;
ein Typ namens Bill, der sie im Stich gelassen hat.
Ihre Nana, gütig und stark, die als Einzige ihr Geheimnis kennt. Ihr bester Freund Jonah und Annabel, die Meerjungfrau. Und ein ungeborenes Kind. 
Voller Sehnsucht nach dem Verlorenen spricht Tom mit Oskar, dem Karpfen, mit Papa, der als Toter eine ganze andere Perspektive auf das Leben hat. Und mit ihrem ungeborenen Kind. 

Penguin Bloom von Cameron Bloom und Bradley Trevor Greive
Penguin Bloom ist schon jetzt ein absoluter Publikumsliebling. Die lustigen, einfach zauberhaften Fotos der frechen Elster und ihrer australischen Adoptivfamilie gingen über die sozialen Medien durch die ganze Welt. Was die Fans nicht kennen, ist die bewegende Geschichte hinter den großartigen Bildern. Es ist die wahre Geschichte der Familie Bloom, die nach einem tragischen Unfall beinahe zerbricht und durch den witzigen kleinen Vogel namens Penguin gerettet wird. 


Und dann sind einige Bücher auch "einfach nur so" eigezogen, weil ich Lust auf sie hatte, oder sie noch gut zu meiner aktuellen Bestellung passten und eines, das ich mir nach dem Dark Diamond Abend aussuchen durfte. ;-)

Als ich dich suchte von Lauren Oliver
Die beiden Schwestern Nick und Dara sind grundverschieden und doch unzertrennlich. Bis Dara Nicks besten Freund Parker küsst. Bis zu dem Autounfall, bei dem Dara im Gesicht verletzt wird. Seitdem sprechen die Schwestern nicht mehr miteinander. Als Dara an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet, glaubt Nick zuerst an einen dummen Scherz. Doch Dara ist schon das zweite Mädchen, das in der Gegend verschwunden ist. Nick spürt, dass ihre Schwester in großer Gefahr ist und dass sie sie finden muss – bevor es zu spät ist.

Wie Zuckerwatte mit Silberfäden von Sophia Bennett
Nonie ist verrückt nach Mode - und liebt ihre schrillen Outfits. Ihre beste Freundin Jenny hat gerade eine Rolle in einem megaerfolgreichen Hollywoodblockbuster - und steckt wie immer in einer Klamottenkrise. Nonies andere beste Freundin Edie will die Welt retten - und hält Mode für oberflächlich. Dann lernen die drei das Mädchen Krähe kennen. Sie kommt aus Uganda, trägt ein rosa Tutu und an den Schultern abgewetzte Elfenflügel. Und sie hat ein unglaubliches Talent. Jetzt haben Nonie, Jenny und Edie die Möglichkeit, mit ihren eigenen Begabungen etwas wirklich Großes zu vollbringen - und damit all ihre Träume wahr werden zu lassen.

Wie Marshmallow mit Seidenglitzer von Sophia Bennett
Krähe schwebt im Designerhimmel. Nonie wird von einem wahnsinnig gut aussehenden Jungen umschwärmt. Jenny spielt die Hauptrolle in einem Theaterstück. Und Edie steckt in der Klemme. Auf ihrer Website tauchen unglaubliche Anschuldigungen auf: Krähes Kollektion soll durch Kinderarbeit hergestellt worden sein. Das können die Freundinnen auf keinen Fall zulassen! Doch das Label Miss Teen, das Krähes Mode produzieren lässt, behauptet, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Darauf wollen sich Nonie, Edie und Krähe nicht verlassen. Sie fliegen nach Indien, um sich selbst ein Bild zu machen ...

SnowFyre - Elfe aus Eis von Amy Erin Thyndal
Schnee, Frost und Eis – das ist die Welt der gefühlskalten Winterelfe Fyre. Schon lange hat sie die Wärme sowohl aus den Korridoren des Winterhofes als auch aus ihrem Herzen verbannt. Doch nun ist sie gezwungen, die nächsten Wochen am Hof des Sommerkönigs zu verbringen und in dessen unerträglicher Hitze den Frühling herbeizuführen. Und das auch noch mit Ciel, dem Prinzen des Sommerhofes, der es einst geschafft hat, ihr Herz zum Schmelzen zu bringen. Aber das wird ihm dieses Mal nicht gelingen. Dieses Mal wird sie ihr Herz vor den Verbrennungen schützen, die er hinterlassen hat…

Gut... Ich hoffe/denke, dass das jetzt alle gewesen sein dürften. Ich hoffe, ich habe keines vergessen... Auf jeden Fall wird es einige Zeit dauern, bis ich meinen SuB so einigermaßen wieder geebnet habe. Zumal ich auch schon wieder mitten im Studienstress bin, der sich gefühlt zum letzten Semester verdoppelt hat. Aber hey, wer braucht schon Schlaf. ;D
Ich werde mal weiterlesen, sonst wird das hier nichts... Macht euch noch einen schönen Tag! ♥

Sonntag, 16. April 2017

Rückblick | Leipziger Buchmesse 2017 (Teil 2)

Pünktlich zum Ostersonntag kommt nun (ENDLICH!) Teil 2 meines Berichts um die Leipziger Buchmesse :-) Hier habt ihr bereits lesen können, was ich am Messedonnerstag und -freitag erlebt habe, sodass ich euch nun logischerweise vom Wochenende erzähle!


Samstag
Wir kamen recht früh im Pressezentrum der Leipziger Messe an, denn nach einem Tee oder Kaffee brachen wir auf um kurz von 10.00 Uhr beim Bloggerempfang von Carlsen und Thienemann-Esslinger zu sein. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich wieder dabei sein durfte, ist doch Carlsen einer meiner Lieblingsverlage seit jeher. Außerdem machen sie immer ein tolles Programm, als Mischung aus Autoren kennenlernen, interaktiv tätig sein und Zeit zum Plaudern und Buchmenschen treffen haben. Auch in diesem Jahr wurden wir nicht enttäuscht. Nachdem uns je zwei Bücher aus den beiden Verlagen vorgestellt und deren Autoren interviewt wurden, durften wir uns ebendiese signieren lassen. Danach gab es ein Quiz zu aktuellen Neuerscheinungen von Carlsen und Thienemann-Esslinger, bei dem es eine Übernachtung im Carlsen-Messehotel auf der LBM18 zu gewinnen gab. Diesen tollen Preis gewann meine liebe Jule und ich freue mich wirklich für sie!
Anschließend wurden uns noch einige Toptitel aus dem kommenden Programm vorgestellt und es juckte mich direkt in den Fingern, schon jetzt in das eine oder andere Buch reinzulesen.


Außerdem gab es noch wundervolle Cupcakes, mit den Covern der vorgestellten Bücher... So gesehen war der Empfang also ein Erlebnis für eigentlich alle Sinne! :D

Nachdem diese zwei Stunden viel zu schnell verflogen sind, traf ich mich mit der lieben Kücki. Obwohl wir beide im selben Bundesland leben, sehen wir uns einfach viel zu selten und umso schönes ist es immer, wenn wir uns auf den Messen mal wieder treffen :)
Zusammen mit ihr, ihrer Freundin und Sandy schlenderten wir ein wenig über die Messe. Wir hatten alle nichts dringendes vor und so ließen wir uns einfach ein wenig treiben. Später gingen wir dann gemeinsam zum LovelyBooks-Lesertreff und nachdem wir uns die Bücher in den tollen Goodiebags zurecht getauscht hatten, konnten wir auch das Programm genießen. Außerdem trafen wir hier auch weitere bekannte Gesichter, das schönste an der Messe :D (Auf den Bildern dabei: Luise, Sophia, Moni und Sandy)



Ich konnte allerdings nicht bis zum Schluss bei dem Lesertreff bleiben, sondern "musste" direkt nach dem Interview mit Anne Freytag zu ihrem neuen Buch Den Mund voll ungesagter Dinge zu meinem Verlagstermin bei Carlsen. Eine knappe Stunde nahmen sich Ute und Ramona Zeit uns (eine Gruppe von insgesamt fünf Bloggern) das Herbstprogramm von Carlsen zu zeigen. Besonders die neuen Königskinder haben es mir direkt wieder angetan, aber daneben auch ein Kinder-/Verschenkbuch, in dem es um einen kleinen Pinguin geht... Mehr werde ich euch darüber aber zu gegebener Zeit verraten. :-)
Im Anschluss an dieses Treffen, hatte ich meinen letzten Verlagstermin für den Tag und für die gesamte Messe. Zusammen mit Kücki ging ich zu Magellan. Aus diesem Verlag habe ich zu meiner Schande noch nichts gelesen, aber eines meiner nächsten Bücher stammt von hier. Außerdem konnte Cara mich für zwei Herbstneuerscheinungen begeistern, auf die ich schon jetzt sehr gespannt bin!

Das war auch schon der Tagesabschluss, denn nun traf ich mich wieder mit Sandra und Jule und wir machten uns auf den Heimweg. Später brachen Jule und ich dann zum Funkelnden Dark Diamonds Abend in die Moritzbastei auf. Es war ein sehr schöner Abend, wenn man mal von ein paar... anstrengenden... älteren Herrschaften absieht, die ein sehr einnehmendes Wesen an sich hatten.

Sonntag
Und schon brach auch der letzte Tag in Leipzig an. Nachdem Sandra und ich Jule an ihrem Gleis verabschiedet hatten, machten wir uns auf zum letzten Messetag. Langsam aber sich wuchs ein wenig meine Aufregung, denn bald würde ich zum ersten Mal in meinem Leben an einer echten Podiumsdiskussion teilnehmen. Doch schon, als ich im CCL auf Jochen, Bonzena und Wolfgang traf, fühlte ich mich viel wohler. Zuerst gab es bei den Buchmesse:Blogger sessions 17 eine Keynote, gehalten von Andreas Platthaus, auf welche ich in einigen Ansätzen schon in meinem Post Von Bloggern, Kritikern und anderen Problemen eingegangen bin. Direkt danach führten wir unsere Diskussion unter dem Motto Warum über Bücher bloggen? Auch, wenn es vielleicht mehr eine Art interdisziplinärer Austausch zwischen Bloggern verschiedener Zielgruppen war, als eine richtige Diskussion, hatte ich wirklich sehr viel Spaß daran und bin mit einigen interessanten Ideen und Gedanken rausgegangen. Außerdem sprach mich u.a. Karina Elm, Community Managerin bei NetGalley, an. Es war ein sehr interessantes Gespräch, aus welchem sich ein Interview mit mir ergab, dass irgendwann demnächst auf dem neuen NetGalley Blog online kommen wird.

© Gaby Waldek | boersenblatt.net
Im Anschluss  an die Sessions ging es für mich nur noch einen Moment lang zurück auf die Messe. Ich traf noch einige liebe Menschen, bevor ich mich wieder von allen verabschieden und mich auf den Weg zu meinem Zuge nach Rostock machen musste. 

Die Leipziger Buchmesse war auch in diesem Jahr ein wundervolles Erlebnis für mich. Wie in jedem Jahr durfte ich tolle Menschen kennenlernen und andere wieder treffen, die inzwischen einen festen Teil meines Herzens einnehmen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die diese Messe auch dieses Mal zu einem Jahreshighlight gemacht haben und ich drücke die Daumen, dass ich nach Frankfurt kommen kann, um euch dort wieder in die Arme schließen zu können! ♥


Donnerstag, 13. April 2017

Blogtour | Ein Interview mit Mackenzi Lee


Hallo und herzlich Willkommen zu Tag vier unserer Blogtour zu dem wundervollen Roman Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans von Mackenzi Lee. Einige Tage der Blogtour liegen schon hinter uns und leider neigt sich das ganze so langsam dem Ende entgegen. Nichtsdestotrotz findet ihr hier den Tourplan, damit ihr alle Beiträge finden könnt!
Ich hatte die große Ehre und Freude die liebe Autorin zu interviewen und sie ein wenig persönlich kennenzulernen. 
Dieses Interview möchte ich nun mit euch teilen und ich hoffe, dass die eine oder andere Antwort euch interessieren, begeistern oder nachdenken lässt! :)


Hallo Mackenzi! Zunächst schon einmal vielen Dank, dass du mir dieses Interview gewährst. Fangen wir mit einer simplen Frage an: Würdest du dich in einigen Sätzen deinen deutschen Lesern vorstellen? Wer bist du? Wie würdest du dich selbst in fünf Worten beschreiben?

Gutentag, readers! (Did I do that right?) My name is Mackenzi Lee and I wrote Cavaliersreise, or The Gentleman's Guide to Vice and Virtue as it's known in English. I'm a writer and bookseller in Boston, Massachusetts in the United States. I also find myself impossible to sum up in five words, so how about instead I tell you five things I love? I love sweater weather, Diet Coke, Star Wars, talking fast, and my carefully curated closet of vibrantly patterned dresses.

Gutentag, Leser! (Habe ich das richtig gemacht?) Mein Name ist Mackenzi Lee und ich habe Cavaliersreise, oder wie man es im Englischen nennt The Gentleman's Guide to Vice and Virtue geschrieben. Ich bin Autorin und Buchhändlerin in Boston, Massachusetts in den Vereinigten Staaten. Ich halte es für unmöglich mich selbst in fünf Wörtern zusammenzufassen. Wie wäre es, wenn ich euch stattdessen fünf Dinge nenne, die ich liebe? Ich liebe Pulli-Wetter, Diät Cola, Star Wars, es schnell zu reden und meinen sorgfältig zusammengestellten Kleiderschrank an stark gemusterten Kleidern.

Fast richtig, wir sagen Guten Tag.  Und um ehrlich zu sein, könnte ich mich selbst auch nicht gut in fünf Worten beschreiben, das war eine etwas gemeine Frage...
Kommen wir zu deinem Buch: Cavaliersreise ist fiktiver historischer Roman mit verschiedenen realen und erdachten Elementen. Im Zentrum der Handlung steht natürlich die Grand Tour/Cavaliersreise. Bevor ich dein Buch gelesen habe, habe ich noch nie davon gehört und nun fühlt es sich für mich an, als hätte ich selbst eine unternommen. Weshalb hast du diesen Aspekt als Aufhänger für deine Geschichte gewählt? Und wie hast du überhaupt davon erfahren, dass es in der Geschichte Cavaliersreisen gab?

I first learned about the grand tour when I was in university. I was an assistant for a humanities class that taught European history through the idea of "if you were a young man on your grand tour of Europe, that would you have seen and what was its significance?" I had just come off my own Grand Tour of sorts - I did a year of my university abroad in England and had spent most weekends traveling around Europe. I think that's why the concept of the Grand Tour stuck with me when I learned about it - because I had just spent a year traveling and was dying to see more of the world, and I was so envious of the eighteenth century Grand Tourists who got to do it in such an extravagant way.

Ich habe zum ersten Mal von der Grand Tour gehört, als ich an der Universität war. Ich war Assistentin in einem geisteswissenschaftlichen Kurs, in welchem europäische Geschichte aus dem Blickwinkel "Wenn du ein junger Man auf deiner Grand Tour durch Europa wärst, was hättest du gesehen und was war dessen Bedeutung?" Ich kam gewissermaßen gerade von meiner eigenen Cavaliersreise - Ich hatte ein Auslandsjahr an einer englischen Universität verbracht und bin dort an den meisten Wochenenden durch Europa gereist. Ich denke, das ist der Grund weshalb das Konzept der Grand Tour bei mir hängen blieb, als ich davon erfuhr - weil ich gerade ein Jahr mit Reisen verbracht hatte und darauf brannte mehr von der Welt zu sehen und ich war so neidisch auf die Grand Touristen des achtzehnten Jahrhunderts, die ihre Reisen auf so extravagante Weise unternahmen.

Oh dieser Kurs klingt wirklich interessant! Auch wenn ich selbst nie wirklich meinen Geschichtsunterricht mochte... Dieses Fach hätte ich auch belegt!
Und wo wir schon bei deinen eigenen Reisen sind: Wenn du an einem der Reiseziele mit dem Trio ihren Aufenthalt verbringen könntest, welcher Ort wäre es und warum?

I basically plotted the book around my favorite places to travel in Europe, but my most favorite city is Venice. I've been obsessed with it since I was twelve years old ans read The Thief Lord by Cornelia Funke, which is set in Venice. When I finally got to travel there while in university, I fell even more in love. It's such a magical, sinking, decrepit, enchanting place that begs to be explored (and written about!)

Im Prinzip habe ich beim Plotten schon meine Lieblingsreiseziele in Europa einbezogen, aber meine liebste Stadt ist Venedig. Ich bin verrückt danach, seit ich zwölf Jahre alt war und Herr der Diebe von Cornelia Funke (was in Venedig spielt) las. Als ich endlich während meines Studiums dorthin reisen konnte, verliebte ich mich nur noch mehr. Es ist so ein magischer, untergehender, heruntergekommener, bezaubernder Ort, der danach verlangt, erkundet zu werden (und dass über ihn geschrieben wird!)

Ich selbst war noch nie dort, aber wenn du so davon schwärmst freue ich mich schon auf den Sommer, wenn ich zum ersten Mal selbst Venedig sehe! 
Was ich persönlich sehr an deinem Schreibstil mochte, war dass du eine Art Mittelweg zwischen unserer heutigen Sprache und der, des achtzehnten Jahrhunderts gefunden hast. Was war daran am schwierigsten oder herausforderndsten? Woher wusstest du, welche Worte in einer bestimmten Situation am besten passen?

Thank you! It's good to know that works in translation too because I worked very hard to balance the modern language and period vernacular in writing the book. Monty's voice made it especially tricky. But I hear so often from readers that they think historical fiction is boring or dry or inaccessible, so I wanted to make sure my language didn't feel this way. I wanted it to be compelling and relatable to modern readers to help them relate to the characters living in a different time period than them. I also think that the world may change, but people never really do - the Grand Tour can be considered in many ways the eighteenth century equivalent of a gap year - and clearly the 1700s folk also believed in the transformative power of travel in young people. So I wanted those universal sentiments to be expressed in the language too.

Danke! Es ist gut zu wissen, dass das auch in der Übersetzung klappt, denn ich habe wirklich hart daran gearbeitet ein Gleichgewicht zwischen der modernen Sprache und der Mundart der Epoche zu finden, in der das Buch spielt. Montys Ausdrucksweise machte es mir besonders schwer. Aber ich höre so oft von Lesern, dass sie historische Geschichten langweilig finden, oder trocken oder unzugänglich, also wollte ich sicherstellen, dass meine Sprache sich nicht so anfühlt. Ich wollte, dass es fesselnd und nachempfindbar für moderne Leser ist, um ihnen zu helfen sich in Charaktere hineinzuversetzen, die in einer anderen Epoche gelebt haben, als sie selbst. Ich denke auch, dass sich zwar die Welt verändern mag, aber nicht wirklich die Leute - die Grand Tour kann in vielen Wegen als ein Äquivalent des achtzehnten Jahrhunderts für ein freies Jahr gesehen werden - und auch die damalige Bevölkerung hat eindeutig an die verändernde Wirkung geglaubt, die das Reisen auf junge Leute hat. Ich wollte also diese universalen Meinungen auch in der Sprache ausdrücken.

www.mackenzilee.com

Das ist dir definitiv gelungen und es freut mich, dass es den Übersetzern so gut gelungen ist, diese Atmosphäre ins Deutsche zu übertragen. 
Um ehrlich zu sein: Als ich begann deinen Roman zu lesen, habe ich zunächst etwas ganz anderes erwartet. Besonders die fiktionalen Elemente (wie Panazeen oder die Alchemie im Allgemeinen) waren für mich ziemlich unerwartet, während ich diese mystische Seite der Geschichte inzwischen liebe. Wann und warum hast du dich dazu entschieden deinem Buch noch eine solche Seite zu geben? War das von Anfang an der Plan oder hat sich dieses Element gewissermaßen von selbst eingeschlichen?

I have always loved historical fantasy, though the books I most enjoy are heavy an the history and light on the fantasy, so I wanted the magic to have a light touch and be rooted in the superstitions of the 1700s. Alchemy was still in the vogue at the time ans something a lot people believed in. Many of the superstitions of the 1700s are what we'd think of as magical today.

Ich habe schon immer historische Fantasy geliebt, allerdings waren die Bücher, die ich am meisten mochte stärker auf die geschichtliche Seite fokussiert, als auf die fantastische. Ich wollte also einen Hauch von Magie und dass sie im Aberglaube des achtzehnten Jahrhunderts verwurzelt ist. Alchemie war zu dieser Zeit noch in Mode und etwas, an das viele Menschen geglaubt haben. Vieles, was wir heute für Magie halten, ist Aberglaube dieser Epoche.

Wie sieht es denn mit dir aus? Glaubst du an die fiktionalen Elemente, die sich in historischem Fantasy wiederfinden? Glaubst du Magie, Alchemie, ...?

I don't believe in it, but I am a religious person and have my own superstitions and faith, so I don't begrudge anyone who does believe in these sorts of things. However, a lot of the alchemical superstions of the 1700s have been disproved by science as patently false :)

Ich glaube nicht daran, aber ich bin eine religiöse Person und habe meinen eigenen Aberglauben und Glauben, also missgönne ich es niemanden, wenn er an solche Art Dinge glaubt. Auch wenn indessen viel alchemistischer Aberglaube des achtzehnten Jahrhunderts wissenschaftlich als offenkundig falsch widerlegt wurde.

In etwa jeden Tag wird über das Thema der Diversität gesprochen, vermehrt auch im literarischen Bereich. In Cavaliersreise greifst du mehrere verschiedene Herausforderungen/Anstrengungen auf, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden: Homo-/Bisexualität, Behinderung, Rassismus, Feminismus, ... Warum hast du all diese Hürden in einem Buch zusammen gepackt? Und warum wolltest du über sie alle schreiben?

There was definitely a time I was worried I was trying to do too much! But in the end, I wanted to write about them because we often think of things like sexuality and feminism and disability as being modern issues that didn't exist in history, but they did! Studying the history of sexuality in particular was so fascinating to me. I wanted readers to know that "historical accuracy" doesn't mean everyone has to be white, straight, and abled. Queer people an disabled people and people of color have always existed and are very much a part of our history - their narratives just doesn't always get told.

Es gab definitiv eine Zeit, in der ich mich sorgte, dass ich zu viel tat! Aber letztlich wollte ich über diese Themen schreiben, weil wir oft denken, dass Sexualität und Feminismus und Behinderung moderne Probleme sind, die in der Historie nicht existiert haben, aber das haben sie! Besonders das Untersuchen der Geschichte der Sexualität war für mich faszinierend. Ich wollte den Lesern zeigen, dass "historische Korrektheit" nicht bedeutet, dass jeder weiß, heterosexuell und vermögend sein muss. Queere Menschen und benachteiligte Menschen und farbige Menschen sind ein großer Teil der Geschichte - Ihre Geschichten werden nur nicht immer erzählt.

Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Kannst du dir vorstellen nach Deutschland zu kommen und vielleicht sogar eine Lesung zu veranstalten?

I would LOVE that! My grandmother is German, and I've been to Germany a few times and absolutely loved it. So if my publisher wanted to send me, I'd be over in a heartbeat - take it up with them :)

Das würde ich LIEBEN! Meine Großmutter ist Deutsche und ich war einige Male in Deutschland und habe es sehr geliebt. Wenn also mein Verlag mich haben will, wäre ich im nächsten Moment da - verhandle es mit ihnen :)

Mackenzi, vielen Dank für deine Zeit und deine wirklich spannenden Antworten! Ich hoffe wir werden noch viele Bücher von dir auch ins Deutsche übersetzt bekommen :)

Been so lovely to talk with you and thank you for the interview! <3

Es war sehr schön mit dir zu reden und danke für das Interview!


Ich hoffe, es hat euch ein wenig Spaß gemacht, mehr über die Gedanken der Autorin zu erfahren! Meine Rezension zu Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans findet ihr hier, und es sei schon so viel gesagt: Ich liebe es!

Und nachdem ich nun Mackenzi Lee mit Fragen gelöchert habe, kommt abschließend auch noch eine an euch:

Mackenzi Lee spricht in Cavaliersreise eine wirkliche Breite an Themen an, von Sexualität und Rassismus, über Feminismus und Behinderung, bis hin zu Freundschaft, Alchemie und Abenteuer. Und nicht zuletzt natürlich das Reisen. 
Wenn ihr AutorIn eines historischen Romans wäret, welche Elemente wären euch wichtig? Und natürlich auch: Warum gerade diese?

Wenn ihr diese Frage bis zum 16.04.2017 in den Kommentaren beantwortet, habt ihr die Gelegenheit eins von drei Exemplaren zu Cavaliersreise zu gewinnen. Für jede beantwortete Frage während der Blogtour könnt ihr genau ein Los sammeln. Alle weiteren Teilnahmebedingungen findet ihr hier. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch automatisch mit den Bedingungen einverstanden.


Die Gewinner werden am 17.04. auf dieser Seite bekannt gegeben und müssen sich innerhalb von einer Woche melden (siehe Teilnahmebedingungen).

Ich freue mich auf eure Antworten!
Alles Liebe,
Mareike

Mittwoch, 12. April 2017

Rezension | Cavaliersreise

Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans | Mackenzi Lee | Königskinder Verlag | HC | 496 Seiten | 19,99€ | ✼✼✼✼✼


Klappentext
Gibt es ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken. Irgendwie ist er immer in einer Tändelei verwickelt. Oder betrunken. Oder zur falschen Zeit am falschen Ort. Nackt! Kein gutes Vorbild, weder für seine Schwester Felicity noch für seinen Jugendfreund Percy. Doch Monty will keinen Augenblick vergeuden, denn bald heißt es zurück zum gestrengen Herrn Vater und die Standespflichten wahrnehmen. Montys Unbesonnenheit aber bringt sie alle in unvorhergesehene Schwierigkeiten und bald sind Wegelagerer und Piraten sein geringstes Problem. Ganz zu schweigen von seiner unausgesprochenen und unerfüllten Liebe zu Percy.

Meine Meinung:
Ich muss ganz ehrlich sagen: Seit ich das erste Mal das Cover gesehen und den Klappentext gelesen habe, war ich in dieses Buch verliebt! Die relativ schlichte, aber doch auffallende Gestaltung spiegelt auch den Inhalt wunderbar wieder. 
Mackenzi Lee ist eine Autorin bei der man wirklich merkt, wie viel Herzblut sie beim Schreiben in jeden einzelnen Satz fließen ließ, denn zum Einen ist dieser Roman unfassbar gut recherchiert und zum Anderen ist ihr Schreibstil sprachlich auf einem Niveau, dass für echte Konkurrenz ziemlich suchen muss.
Die Idee der Cavaliersreise hat mich von Anfang an begeistert. Sie ist wohl mit einem Auslandsjahr vergleichbar, das viele von uns nach dem letzten Schuljahr einlegen, nur eben im 18. Jahrhundert. So kommt es, dass mich ein historischer Roman begeistert, obwohl ich während meiner gesamten Schulzeit bekennende Geschichte-Hasserin war. Was ich an dem geschichtlichen Aspekt hier mochte war, dass zwar die Gesellschaft mit ihren Normen und Bräuchen sehr zentrales Thema war, die Politik allerdings eher marginal angerissen wurde. Zudem schafft die Autorin es ein geniales sprachliches Gleichgewicht zwischen unserer heutigen Alltagssprache und der, der damaligen Zeit zu schaffen. Auf diese Weise passt auch die Wortwahl der Protagonisten gut in die beschriebene Epoche, wirkt aber nicht gekünstelt oder aufgesetzt und ließ mich einen guten Zugang zu den Figuren finden.
Diese habe ich annähernd sofort ins Herz geschlossen. Es war wirklich besonders, wie vielschichtig Mackenzi Lee ihre Charaktere innerhalb eines einzigen Buches zeichnen konnte. Monty zum Beispiel ist ziemlich chaotisch, leidenschaftlich und impulsiv, hat aber auch eine sehr ruhige und selbstkritische Seite an sich, die er nur wenigen Personen offenbart. Percy ist sein Fels in der Brandung und mit seiner ruhigen und besonnenen Art ein echter Freund. Während der Eine allerdings für den anderen schwärmt, bemerkt er gar nicht unbedingt dessen Probleme, was zu einigen Komplikationen in ihrem Verhältnis führt. Felicity, Montys Schwester ist ebenfalls eine besondere Figur. Sie wirkt auf den ersten Blick zwar sehr unscheinbar und vielleicht auch etwas langweilig, allerdings ändert sich dies doch recht schnell und man merkt wie weit sie (und im Übrigen auch die anderen beiden) ihrer Zeit voraus ist. 
Ich habe wirklich im Vorfeld auf diese Rezension wirklich versucht kontroverse Gedanken zu finden, um nicht nur in einer Tour zu schwärmen und mehr oder weniger zusammenhangslos zu fangirlen. Ich habe auch extra ein wenig Zeit verstreichen lassen, damit sich meine Begeisterung etwas legen kann. Aber so leid es mir tut (eigentlich zwar nicht, aber egal ;D): Ich kann nichts Schlechtes, Enttäuschendes oder anderweitig Unbefriedigendes an Cavaliersreise finden.
Fazit
Ich bin sämtlichen Charakteren, der Handlung, dem Schreibstil und jedem sonstigen Detail der Cavaliersreise verfallen. Mackenzi Lee konnte mich mit diesem Roman unfassbar beeindrucken. Sie greift Elemente auf, die ich definitiv nicht erwartet hätte, setzt alles in einen wunderbar recherchierten historischen Kontext und hinterlässt ein Fernweh nach fernen Orten und Zeiten.

✼✼✼✼✼ 

Montag, 10. April 2017

Lesemonat | Das war der März

In meiner Post-Liste Stapel sich momentan die Beiträge, die darauf warten endlich auf euch losgelassen zu werden... Und heute steht endlich, wenn auch etwas verspätet (so wie die anderen Beiträge in der nächsten Zeit), der Monatsrückblick für März in den Startlöchern :)

Der März war für mich ein wirklich toller (Lese-)Monat! Begonnen hat es natürlich alles mit der Leipziger Buchmesse. Den ersten Teil meines Messe Berichts könnt ihr hier lesen und auch der zweite folgt ganz bald! Na gut, genau genommen hat der Monat mit Leipzig schon fast geendet. Aber inzwischen fühlt es sich für mich fast so an, als ob den ganzen Monat Messe gewesen wäre... :D Zum wirklichen Monatsbeginn habe ich mein Praktikum beendet und zwei Prüfungen absolviert. Aber das ist alles nur so marginal in meinem Gedächtnis.
Ich habe zwar nur vier der sechs Bücher gelesen, die ich mir für den letzten Monat vorgenommen hatte, dafür aber mehrere andere, die ich absolut liebe und die schon jetzt heiße Kandidaten für meine Jahreshighlights sind:


Leseplanung März:
Cavaliersreise
Barfuß im Regen
MondSilberNacht
Straßensymphonie
Es war einmal in der Metro
Der Geruch von Häusern anderer Leute

4/6 gelesen


Gelesen im März:


The Sun is also a Star - Nicola Yoon - ✼✼ 
 Cavaliersreise - Mackenzi Lee -  + 
Es war einmal in der Metro - Karen Merran - 
Barfuß im Regen - Hannah Siebern - 
MondSilberNacht - Marah Woolf - 
Paper Princess - Erin Watt - 

Gesamt:
6 Bücher - ___ Seiten - ___ Seiten pro Tag
3 Prints - 1 eBook - 2 Hörbücher

Auch, wenn mich die Hälfte der Bücher im letzten Monat nicht wirklich überzeugen konnten, habe ich den März doch als super Lesemonat im Gedächtnis. Wie oft stößt man schon auf gleich zwei neue Herzensbücher, innerhalb von nur etwa zehn Tagen? The Sun is also a Star und Cavaliersreise sind definitiv ganz besondere Bücher. Sie haben mich voll und ganz überzeugt und ich freue mich schon jetzt darauf in den nächsten Tagen die beiden Rezensionen zu tippen.

Übrigens: Eine kleine Ankündigung so gegen Ende des Posts. In der kommenden Woche gibt es zu Cavaliersreise ein Blogtour, die am Donnerstag auch bei mir halten wird. Ich habe einen - wie ich finde - tollen Beitrag für euch ergattern können und natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen :D Los geht es heute



So, dann also auf in den längst angebrochenen April und auf zu (hoffentlich) weiteren grandiosen Büchern!

Allerliebst,
Mareike

Samstag, 8. April 2017

DiesDas | Von Bloggern, Kritikern und anderen Problemen


Situation 2015:
Erinnert ihr euch noch an die beiden Aktionen #WirsindBookTube und #WirbloggenBücher? Sie bauten gewissermaßen darauf auf, dass uns Literaturbloggern und Booktubern vorgeworfen wurde, wir nähmen uns das Recht heraus uns selbst als Literaturkritiker zu sehen.
Die daraufhin geradezu flutartig veröffentlichten Posts und Videos stellten u.a. eines klar: Wir sehen uns nicht als Kritiker, wir möchten nur über das schreiben/sprechen, was uns bei unserem Hobby Lesen ge-/missfällt. (Zumindest kam das in allen Beiträgen heraus, die ich damals las/sah.)


Situation 2017:
Knapp zwei Jahre sind seit den Beiträgen ins Land gezogen und was hat sich verändert? Einiges, möchte ich sagen. Heute wird zusehends oft kritisiert, dass Blogger sich nicht genug professionalisieren, nicht nach mehr streben.
Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich als Referentin an den Bloggersessions teilnehmen. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatte ich die Gelegenheit einer Keynote von Andreas Platthaus (Chef des Ressorts Literatur und literarisches Leben bei der FAZ) zu folgen. Auch er sprach das Verhältnis von Bloggern und Literaturkritikern an. - Allerdings mit dem Unterschied, dass er sich fragte, weshalb Blogger sich nicht als Kritiker verstünden.
Verkehrte Welt möchte man meinen...


Diese Keynote - die, nebenbei bemerkt, wirklich ein beeindruckendes Rhetoriktalent offenbarte - griff eine Vielzahl von Aspekten auf. Nicht wenigen Auffassungen Platthaus' stimmte ich zu. Doch gerade in einigen (für mich) wirklich wichtigen Punkten, konnte ich innerlich nur den Kopf schütteln. Aus diesem Grund hegte ich seit dem den Wunsch, euch meine Gedanken über unsere vielfältige Blogosphäre mitzuteilen. (Wobei ich hier nur auf wenige ausgewählte Themen eingehe. Alles andere würde den Rahmen sprengen. Vielleicht greife ich weitere Punkte stattdessen in einem späteren Post auf.)
Zudem gesellte sich nun noch dieser Post der Seite Booknerds hinzu. Da zumindest einige Ansichten in eine ähnliche Richtung laufen, werde ich auch auf einige Aspekte hierin eingehen.

Diejenigen von euch, die schon länger bei mir mitlesen, wissen, dass ich auf meinem Blog eigentlich keine Kommentare zu Beiträgen anderer Blogger abgebe. Zumindest für dieses Mal möchte ich das ändern und mir auch für die Zukunft offen lassen, bei Bedarf ähnliche Posts zu verfassen.
Vorangestellt noch eins: Ich spreche hier nur für mich. Wenn sich auch andere in meinen Worten wiederfinden, freue ich mich wirklich sehr darüber. Ich nehme mir aber nicht heraus, für die unglaublich vielseitige Buchblog-Community zu sprechen.


Zunächst möchte ich noch einmal den bereits oben genannten Punkt zur Problematik "Blogger und Literaturkritiker" aufgreifen. Im Laufe seiner Argumentation kam Andreas Platthaus zu dem Ergebnis, es müsse allein an dem Wort Kritiker liegen. Da Kritik in der heutigen Zeit häufig ein doch eher negativ assoziierter Begriff und der Beruf des Kritikers in unseren Augen veraltet sei, könnten wir uns damit nicht identifizieren. Zudem wollten Blogger sich von der Rationalität abgrenzen, mit denen literarische Werke von Literaturkritikern auseinandergenommen werden.
In meinen Augen ist dies ein falscher Ansatz. Ich persönlich denke bei dieser Bezeichnung/diesem Beruf zu allererst an Persönlichkeiten wie Marcel Reich-Ranicki. Sein Name und sein Ruf eilen ihm voraus. Sein Werk hat die deutsche Literaturszene maßgeblich beeinflusst, über Jahre/Jahrzehnte hinweg und wird es auch noch post mortem tun. Er steht in meinen Augen für all die Kritiker, die sich journalistisch hochwertig, sachlich und (mehr oder weniger) distanziert bestimmten Texten nähern. Mich selbst Kritiker zu nennen, hieße mich auf eine Stufe mit ihm (und all den professionellen Literaten) zu stellen. Und mit Verlaub, das wäre reine Selbstüberschätzung!

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, ob und inwieweit ich journalistisch hochwertige Texte schreibe. Von dem bekannten Journalisten Joachim Hecker erhielt ich vor einer Weile eine Nachricht mit diesen Worten:

"[...] Und über Ihre Kritik habe ich mich sehr gefreut! Natürlich deshalb, weil sie positiv ist. Aber eigentlich noch mehr, weil sie fundiert ist und man merkt, dass sie sich mit dem Buch wirklich auseinandergesetzt haben. Als Journalist kann ich sagen: Das ist eine richtig gute Kritik, die inhaltlich fundiert, voller Sachkenntnis und prima geschrieben ist, so dass man sie mit Gewinn liest. [...]"

Natürlich habe ich mich bei diesen Worten geehrt gefühlt. Aber setze ich mir deswegen wirklich das Ziel "journalistischer" arbeiten zu wollen? Für mich ein klares Nein. - Aus folgendem Grund: Ich habe mir nie besonders viele Gedanken darüber gemacht, wie genau ich meine Beiträge verfassen sollte, auf welche Weise ich an Rezensionen und andere Beiträge herangehen sollte. Ich habe schon immer einfach so geschrieben, dass ich selbst zufrieden damit war und sagen konnte: "Das ist ein Text, den ich selbst gerne lesen würde." Für mich ist das Bloggen nur ein Hobby und das wird es vermutlich auch immer bleiben. Was daran ist verkehrt? Ein Hobbyfußballer strebt vermutlich auch danach sich selbst zu verbessern, aber nach dem Training zieht er sich um und kehrt zurück in sein sonstiges Leben, in dem er vielleicht einen Bürojob hat. Niemand würde auf die Idee kommen, ihn wegen seines mangelnden Elans mehr aus seinem Hobby zu machen, zu kritisieren. 
Also warum ist das in der Bloggerszene anders? 
Aus diesem Grund finde ich (u.a.) den Absatz aus dem oben erwähnten Beitrag von Henri Vogel fast schon traurig: "Reden über Bücher und Literatur ist die eine Sache (das geht in Buchclubs oder auch in Online-Leserunden), um in der etablierten Kritik anerkannt zu werden, muss man deren Handwerk zunächst beherrschen. Danach kann man es immer noch nach Herzenslust brechen."
Ich studiere weder Journalismus, noch irgendein Fach, dass auch nur ansatzweise in diese Richtung ginge. Darf ich deshalb nicht meinen Blog betreiben? (Bevor ihr für euch ein Urteil fällt, lest bitte den ganzen Artikel. Ansonsten kann es hier ein wenig aus dem Kontext gegriffen wirken. Hier noch einmal der Link.)



Es gibt durchaus auch Punkte, bei denen ich sowohl Andreas Platthaus, als auch Henri Vogel zustimme. Das betrifft v.a. die Professionalisierung von Blogs. Dies mag mit Bezug auf den vorigen Absatz evtl. etwas sinnlos wirken, aber lasst mich ausreden:
Ich persönlich verstehe unter der Professionalisierung von Literaturblogs NICHT zwangsläufig, dass sich an der Art und Weise der Blogführung (vieler Blogs zumindest) etwas ändern muss oder dass unsere Beiträge rationaler werden und wir eine gewisse Allgemeingültigkeit unserer Meinung für uns beanspruchen, wie es bspw. das Feuilleton tut (so Andreas Platthaus in seiner Keynote). In meinen Augen heißt es vielmehr, dass wir mit Verlagen (und Autoren) mehr auf einer Augenhöhe agieren. Auf der Buchmesse hatte ich ein sehr anregendes Gespräch mit einer Journalistin, deren Freundin in der Food-Blogosphäre aktiv ist. Dort sei es ganz gewöhnlich für Kooperationen Geld zu bekommen (und zwar zusätzlich zu etwaigen Lebensmitteln, oder was sonst auf dem Blog diskutiert wird), wenn man über ein Produkt, ein Rezept, ... schreibt. 
Für mich persönlich käme es nicht in Frage für jede Rezension Geld zu nehmen oder gar zu fordern (Ich sehe ehrlich gesagt auch kaum eine Möglichkeit, dies fair umzusetzen.). Wie gesagt: Ich blogge aus Leidenschaft zu Bücher, zum Lesen und auch zum Meinungteilen. Es gibt allerdings immer mal wieder wirklich große Aktionen, die auch für den Blogger eine nicht unbedeutende Menge an Arbeit, Hintergrundrecherche und Zeit kostet. In meinen Augen wird gerade diese Arbeit noch nicht angemessen gewürdigt. Und so ist es letztlich gewissermaßen wirklich, wie Henri Vogel in seinem harschen Kommentar schreibt: "Sie [Die Blogger] möchten Bücher lesen, darüber schreiben und sprechen, was ihnen Vergnügen bereitet. Das ist in Ordnung, degradiert sie aber zu (unfreiwilligen?) Werbeträger*innen der Verlage, auch wenn das Fähnlein der Unabhängigkeit im Werturteil noch so hochgehalten wird."

Bitte lasst mir, v.a. wenn ihr bis hierher gelesen habt, einen Kommentar da und schreibt mir eure Meinung. Ich habe wirklich einiges an Energie und Zeit in diesen Beitrag gesteckt, da ich es wichtig finde, gewisse Themen einmal offen anzusprechen. Ich möchte aber unbedingt wissen, wie andere Blogger und Nichtblogger die ganze Thematik betrachten! 
Dies ist und bleibt ein sehr persönlicher und auch ernsterer Post, aber ich hoffe, ihr kommt auch damit klar :-)
Liebst, 
Mareike